Filialkirche Obereching

Als älteste Siedlung mit Kirche, Friedhof und Taufstein in der Pfarrgemeinde ist Obereching seit 743 bekannt. Bis 1297 war Obereching die Pfarrkirche ehe St. Georgen diese Funktion übernahm.

Das einschiffige Bauwerk mit dem mächtigen Turm an seiner Westseite erhebt sich auf einem Terrassenabhang und scheint über das darunterliegende Land zu wachen. In seinem Schatten entwickelte sich die Dorfsiedlung von Obereching. Der die Kirche umgebende Friedhof verstärkt die Zusammengehörigkeit von Ort und Kirche im Leben sowie im Tod.

Als Pfarrkirche des Früh- und Hochmittelalters konnte sie lange in Ausstattung und Gottesdienstordnung eine Stellung behaupten, die über eine Filialkirche deutlich hinausging.

Durch eine mit Lilienbeschlag verzierte Eichtür aus dem 15 Jahrhundert betritt der Besucher das gotische Kirchenschiff mit der barocken Innenausstattung. Die gleiche Künstlergruppe der St. Georgener Altarausstattung – Lex, Weißenkirchner und die Rottmayerin- waren auch hier am Werk. Da in St. Georgen davon nichts mehr erhalten geblieben ist, kommt dieser Kirche eine umso höhere Bedeutung zu.

Zentralfigur des Hochaltares ist Johann Georg Itzlfeldners „Maria vom Siege“ (1776), die mit ihren Beigaben Sense und Heurechen hervortretenden „Bauernheiligen“ Isidor und Notburga entsprachen der Echinger Bevölkerung und hoben das Standesbewußtsein der Dienstboten. Auf den Seitenaltären sind die hl. Rupert, Panataleon, Florian und Sebastian dargestellt. Die prächtig stukkierte Rokoko-Kanzel scheint der verschnörkelten Sprache dieser Zeit verpflichtet zu sein.

Bemerkenswert ist auch der kleine, in ursprünglicher Bemalung erhaltene Altar im früheren Beinhaus der Portalvorhalle. Margareta Magdalena Rottmayr gilt als Malerin dieses Altares.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden mehrere Aussen- und Innenrenovierungen durchgeführt. 1965 wurden die beiden Seitenaltartische entfernt und die Altaraufbauten auf Steinkonsolen gestellt, 1968 die Kommunionbank entfernt. 1993 vollendete Dechant Ignaz Binggl die von Dechant Heinrich Roither begonnene Renovierung, unter anderem wurde ein neuer Volksaltar aufgestellt und ein Holzboden im Altarraum verlegt.



Bildbeschreibung


Foto 1
Türbeschläge, 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

Foto 2
Innenansicht. Langhaus dreijochig, einschiffig, Tonnengewölbe mit Stichkappen, Netzrippengewölbe, Wandgliederung durch runde Dienste. Im Westen in der ganzen Breite zweistöckige Empore, spitzbogiger Triumpfbogen.

Foto 3
Gewölbemalerei, 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

Foto 4
Chor. Zweijochig mit 3/8 Abschluss. Netzrippengewölbe, Wandgliederung durch Runddienste. Im Süden spitzbogige Sakristeitür mit Profiliertem Gewände, darüber große rechteckige Oratorienöfflung mit Stuckrahmung.

Foto 5
Wiederkunft Jesu, Mitte 17. Jahrhundert

Foto 6
Sakristeischrank, 2. Hälfte des 17. Jahrhundert

Foto 7
Hochaltar. Aufbau, 1683 – Ruep Lex

Foto 8
Kanzel – Aufbau um 1760

Foto 9
Ziffernblatt, 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts? hinter der Orgel an der Westwand, nicht mehr in Verwendung

Herbert Giglmayr

Mesner seit 2006, Telefon 0676-8746-6915
Obmann der Mesnergemeinschaft seit 2015